Das Problem hatte ich auch lange und war fast soweit, mir andere Inserts, sogar andere Schäfte zu besorgen. Bis ich bei einem Gespräch mit Henry Bodnik auf das Geheimnis gestoßen bin, wie die Dinger unverwüstlich zu bauen sind.
Das Geheimnis liegt an der Klebetechnik. Ist das Original-Insert nicht 100% wackelfrei mit dem Schaft verbunden, kann es bei einem harten Aufschlag vibrieren und so den Schaft zerstören.
Also hier eine Step-by-Step Anleitung, wie man die Teile fast unzerstörbar machen kann. Der Effekt wurde meinerseits mehrfach unter Beweis gestellt, und erst letztes Training schoß Belzi mit seinem 45lbs Bogen einen von mir auf diese Art und Weise hergestellten Pfeil aus 12 Meter auf eine Metallplatte, ohne dass der Schaft einen Schaden nahm. Im Gegensatz dazu zerstörte Andy einen nicht so sorgfältig hergestellten Pfeil bei einem ähnlichen Schuss.
Genug der Worte, lasst Taten sprechen!
1. Hier sieht man die wichtigsten Utensilien: Eine Rundfeile, den Schaft, das Insert und UHU Sekundenkleber-Gel. Die Gel-Form des Klebers ist wichtig, weil sie nicht ganz so schnell fest wird, wie die Flüssigversion.
Es fehlen auf dem Foto ein Q-Tip und das Aceton (Nagellackentferner riecht am angenehmsten).
2. Zuerst wird der Schaft mit der Rundfeile auf der Innenseite angerauht. Wenn man den Original-Schaft sich mal von innen ansieht, erkennt man, dass die Oberfläche spiegelglatt ist. Da kann nichts kleben.
3. Dann wird auch das Insert mit der Feile angerauht.
4. Der nächste Schritt ist das Ausputzen des Schaftes mit Aceton zum Entfetten und um Staubpartikel herauszuholen.
5. Das Sekundenkleber-Gel wird auf das Insert gebracht:
6. Das Insert wird mit einer Drehbewegung in den Schaft eingebracht, überständiger Kleber wird mit einem Tuch entfernt.
Fertig! Und nun werdet ihr deutlich länger Freude an Euren Schäften haben. Kein Aufpilzen mehr. Die Mühe lohnt sich wirklich, auch wenn es ein paar Minuten länger dauert. Man spart sich doch eine Menge Geld, wenn man sich ein wenig Mühe beim Basteln gibt.
Und wenn Euch ein gekaufter Pfeil aufpilzt, wisst Ihr genau, dass sich der Bastler keine Mühe gegeben hat...
2 Kommentare:
Das ist eine wirklich nette und ansich gute Anleitung, jedoch muss ich als gelernter Handwerker darauf hinweisen, dass ein Aufrauhen der Oberfläche nicht die Klebewirkung verstärkt, sondern vermindert. Je glatter die Oberfläche, desto stärker die Klebekraft. Nur leider sind viele Leute von dem Trugschluss des Gegenteils überzeugt. Ein gewisser Grip innerhalb des Schaftes in Verbindung des Inserts wird zwar gewährt, aber die Klebekraft selbst wird gemindert.
Natürlich zählen im Grunde die eigenen Erfahrungswerte.
Gruß
Patrick
Hallo Patrick,
und ich dachte durch das Aufrauen entsteht eine größere Oberfläche gegenüber einer glatten Oberfläche damit also auch die Klebefläche größer. Zusätzlich findet durch die Höhen und Tiefen des aufrauens in die der Kleber fließen kann eine bessere "Verzahnung" statt?
Gruss
Ralf
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